Jung, sportlich, tot: Der plötzliche Herztod ist in Deutschland die Todesursache Nummer eins und erwischt auch scheinbar „Herzgesunde“. Ein Schlag aus einem Defibrillator kann Leben retten – und bedienen kann den elektrischen Lebensretter jedes Kind. Nur trauen sich die wenigsten, zeigt die Erfahrung des Malteserhilfsdienst Stadt und Kreis Offenbach e.V.. Sie wollen die Hemmschwelle verringern und lehren als erste Organisation ab dem 01. Juli 2009 den Umgang mit Defibrillatoren in allen ihren Kursen.
„100.000 Menschen sterben jährlich an Herzversagen“, weiß Sigrid Billeb , Leitung Ausbildung des Malteser Hilfsdienst Stadt und Kreis Offenbach e.V. in Obertshausen. Viele Menschen könnten gerettet werden. Denn: „Die Überlebenschancen eines Patienten, der lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen hat, erhöhen sich extrem, wenn ein Defibrillator eingesetzt wird“, so Sigrid Billeb. In Kombination mit weiterführenden Wiederbelebungsmaßnahmen sogar um 60 Prozent.
Immer mehr Unternehmen und öffentliche Einrichtungen haben das bereits erkannt: In Banken, Bahnhöfen und Einkaufszentren hängen für jeden zugängliche Defibrillatoren. Das Problem: „Viel zu wenige Menschen fassen sich im Notfall ein Herz und greifen zum Defibrillator aus Angst, etwas falsch zu machen“, weiß Sigrid Billeb. „Dabei ist das einzige, was sie falsch machen können, die Tatsache, dass sie das Gerät gar nicht benutzen.“ Die sogenannten automatisierten externen Defibrillatoren (AED) erklären dem Helfer Schritt für Schritt, was er tun muss: angefangen vom Freimachen des Oberkörpers über die automatische Diagnose bis hin zur Aufforderung, den Schock per Knopfdruck auszulösen .Sigrid Billeb: „Dieser Schlag kann Leben retten, denn bei Herzversagen zählt jede Sekunde. Bis der Rettungsdienst eingetroffen ist, kann es schon zu spät sein.“
Um die Hemmschwelle zu verringern und den Einsatz von Defibrillatoren selbstverständlich zu machen, integrieren der Malteserhilfsdienst Stadt und Kreis Offenbach e.V. in Obertshausen sowie 480 weitere Malteserhilfsdienste in Deutschland den Umgang mit dem elektrischen Lebensretter in alle ihre Kurse, angefangen von „Lebensrettende Sofortmaßnahmen“ für Führerscheinanwärter, „Erste Hilfe“ bis hin zu den Ausbildungen zur Schwesternhelferin. „Auch wenn es gesetzlich noch kein Muss ist, halten wir es für lebensnotwendig“, sagt Sigrid Billeb. Mehrkosten kommen auf die Teilnehmer nicht zu.
Weitere Informationen erhalten Sie unter der Telefonnummer 06104 40679 – 41 oder per e-Mail unter: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.