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Malteser Stadt und Kreis Offenbach

Neue Notfallpraxis für Menschen ohne Krankenversicherung - Unterstützung gesucht!

17.10.2018
Das Team rund um die MMM Offenbach mitsamt seiner Unterstützer - voller Elan und Vorfreude auf den Start der Notfallpraxis im Ketteler Krankenhaus. (Foto: Malteser)

Der Malteser Hilfsdienst gründet in Kooperation mit dem Ketteler Krankenhaus Offenbach eine Notfallpraxis für Menschen ohne Krankenversicherung.
Ärzte behandeln Menschen, die von der medizinischen Grundversorgung ausgeschlossen sind – ehrenamtlich und kostenlos, auf Wunsch anonym. Die Eröffnung der Praxis im Ketteler Krankenhaus ist im ersten Halbjahr 2019 geplant. Die Sprechstunde findet an einem festgelegten Wochentag einmal wöchentlich statt. Ab sofort beginnen die Malteser mit dem Aufbau eines Netzwerkes aus Unterstützern: Ärzte und weiteres medizinisches Personal, Labore, diagnostische Einrichtungen und Apotheken sowie Spender und Förderer. Die Schirmherrschaft der Malteser Medizin für Menschen ohne Krankenversicherung (MMM) in Offenbach haben Bischof Peter Kohlgraf, Sozialminister Stefan Grüttner und Dr. Felix Schwenke, Oberbürgermeister von Offenbach übernommen.

Prominente Unterstützer
Die Schirmherren betonen auf dem Pressegespräch die Notwendigkeit der Notfallpraxis. Für Bischof Kohlgraf, der nicht anwesend sein kann und seine Grüße ausrichten ließ, ist Nächstenliebe – das zentrale Gebot des Christentums – helfendes Handeln und selbstloser Einsatz für Menschen in Not. Hessens Sozialminister Stefan Grüttner nannte die Arbeit der Malteser „unschätzbar wertvoll“ für den Fall, den es eigentlich nicht geben sollte, der aber „leider zur Realität“ gehöre. „Was hier geleistet wird, ist wirklich vorbildlich. Denn medizinische Versorgung ist auch für Menschen ohne Versicherung notwendig. Daher danke ich allen hier vor Ort für ein starkes Engagement. Das Ketteler Krankenhaus als katholisches Haus zeigt Zuwendung zum Nächsten im besten Sinne des Wortes.“ Oberbürgermeister Dr. Felix Schwenke hebt hervor: „In Offenbach haben wir ein breites Hilfsangebot für bedürftige Menschen eingerichtet. Doch wir erreichen leider nicht alle. Denjenigen, die durch das soziale Netz gefallen sind, bieten die Malteser mit der MMM eine wichtige Anlaufstelle. Dieses Engagement unterstütze ich mit meiner Schirmherrschaft sehr gerne.“

Hilfe für Patienten, die es nicht geben dürfte
Die „Malteser Medizin für Menschen ohne Krankenversicherung“ ist eine Anlaufstelle für Patienten, die es gar nicht geben dürfte: EU-Bürger ohne Versicherungsschutz, Migranten ohne gültigen Aufenthaltsstatus, Touristen und Menschen, die Freunde oder Familie in Deutschland besuchen oder Deutsche, die ihre Krankenver-sicherungsbeiträge nicht mehr aufbringen können. Es gibt auch immer wieder Fami-lienmitglieder in Deutschland tätiger Arbeitnehmer aus anderen Heimatländern, denen das Wissen um den Abschluss einer Versicherung fehlt und diese dann ohne Versicherung in Deutschland leben. Wie Paulina (Name geändert) aus Offenbach.

Ihr Mann wandte sich hilfesuchend an die Malteser der Gliederung Stadt und Kreis Offenbach, Gerhard und Dr. med. Matthias Zimmer. Seine Frau litt unter sehr starken Rückenschmerzen. Aus dem Krankenhaus war sie wegen der fehlenden Krankenversicherung nicht ausgeheilt und mit verschiedenen Medikamenten entlassen worden. „Es sind Menschen wie Paulina, denen wir in ihrer Not helfen müssen – unter Wahrung ihrer Anonymität, kostenlos und unbürokratisch“, erläutert Roy Kanzler, Diözesangeschäftsführer der Malteser in der Diözese Mainz, den Auftrag der Malteser als christliche Hilfsorganisation. Die Geschichte hatte ein gutes Ende. Paulina ist heute gesund und krankenversichert. Dieses Ereignis war der Start der Malteser Medizin für Menschen ohne Krankenversicherung in Offenbach. Das Projekt fand in Professor Stephan Sahm, Chefarzt des Ketteler Krankenhauses und zudem Ärztlicher Leiter der MMM, seinen Kooperationspartner.

Auf- und Ausbau des Netzwerkes
Die Malteser suchen nun Fachärzte sowie medizinisches Personal, beispielsweise Krankenschwestern/-pfleger und Arzthelfer/-innen, die in der Praxis im Ketteler Krankenhaus ehrenamtlich tätig werden möchten. Durch die Kooperation mit einem jetzt aufzubauenden Netzwerk aus Fachärzten, Laboren, diagnostischen Einrichtungen und Apotheken wird eine notwendige fachärztliche Weiterbehandlung ermöglicht. „Synergieeffekte gibt es auch mit etablierten Verbänden wie dem Caritasverband Offenbach/Main“, stellen Roy Kanzler und Caritasdirektorin Christiane Leonhardt-Içten auf dem Pressegespräch heraus.

Auf Spenden angewiesen
Zudem ist die Malteser Medizin für Menschen ohne Krankenversicherung auf Spenden angewiesen. Die Behandlung ist für die Patienten kostenlos. Im Praxisbetrieb entstehen jedoch Kosten, die nur durch Spenden finanziert werden können. 100 Euro betragen beispielsweise die durchschnittlichen Behandlungskosten eines Patienten. Mit 600 Euro kann ein Patient nach einer schweren Operation einen Tag im Krankenhaus versorgt werden. 1.500 Euro kostet eine stationäre Entbindung.

Spendenkonto der MMM Offenbach
Malteser Hilfsdienst e.V. Obertshausen, Pax-Bank eG
IBAN: DE13370601934001155216
BIC: GENODED1PAX
Verwendungszweck: MMM Offenbach

Weitere Informationen

  • Dr. med. Matthias Zimmer ist Ansprechpartner für interessiertes medizinisches Personal unter Telefon: 0175/7646026.
  • Ansprechpartner für Spender sind: Rainer M. Türmer, Gabriele Türmer und Dr. Heidrun Weber-Grandke unter Telefon 06131/28 58-321.
  • Alle Fragen zur MMM können auch per E-Mail an mmm.offenbach(at)malteser(dot)org gestellt werden.
  • Informationen gibt es auch im Internet unter www.malteser-offenbach.de.

Weitere Informationen

Unser Spendenkonto: Malteser Hilfsdienst e.V.  |  Pax-Bank  |  IBAN: DE13 3706 0193 4001 1552 16  |  BIC / S.W.I.F.T: GENODED1PAX