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Malteser Stadt und Kreis Offenbach

Taktische Notfallmedizin - Malteser üben Medizin am Limit

30.07.2019
Übung Taktische Notfallmedizin

Leichter Rauch zog über die umgestürzten Gartenmöbel hinweg. Ringsum liegen einige Verletzte. Alle haben Wunden, die mehr oder weniger bluten. Manche Blutung ist ganz schön heftig. Ein junger Mann mit der Platzwunde am Kopf sieht nicht gut aus. Es herrscht eine gespenstige Ruhe über der Szene. Ein Familienstreit war gewaltsam eskaliert. Das ganze Szenario war Teil eines Lehrganges für taktische Notfallmedizin der Malteser Obertshausen.

Im Zentrum des Lehrganges stand die Vorbereitung auf Gewalttaten mit Waffen; ob es nun ein Familienstreit, ein Amoklauf oder ein Terrorakt handelt. Die haupt- und ehrenamtlichen Teilnehmer des spannenden Kurses kamen aus Rheinland-Pfalz und Hessen.

Neben der Sicherheit der Einsatzkräfte stand die professionelle Versorgung der Verletzten im Vordergrund. In der üblichen Ausbildung der Rettungskräfte spielen Schuss-, Stich- oder Explosionsverletzungen keine große Rolle. Doch gerade diese Verletzungen sind eine Herausforderungen. Die Helfer der Malteser aus Rettungsdienst und Katastrophenschutz lernten deswegen neuartige Techniken kennen stärkste Blutungen zu stoppen, verletzte Lungen zu versorgen und Menschen aus bedrohlichen Lagen zu retten.

In einer lebhaften Mischung aus Vorträgen, Stationstrainings und Übungsszenarien mussten die Teilnehmer teils an die Grenzen ihrer physischen und psychischen Belastbarkeit gehen. Es rauchte heftig, knallte laut und es waren immer mehr Verletzte zu versorgen als Sanitäter anwesend waren. Und der Stress wurde noch größer für die Teilnehmer: wurde eine lebensbedrohliche Wunde nicht ausreichend versorgt, so blutete sie heftig weiter. So sorgte nicht nur das heiße Wetter für Schweiß auf der Stirn.

Doch die Malteser wollten sich bewusst mit Gewalttaten und Terrorismus beschäftigen. „Durch das Ignorieren von latent bestehenden Gefahren, können wir die Versorgung der Bevölkerung auch nicht verbessern“ so Marcel Reuter, Zugführer und Rettungsassistent der Malteser Obertshausen. „Es muss nicht gleich ein Terrorakt sein, es reicht schon ein handfester Familienstreit, der in einem tragischen Messerangriff endet“. Die trainierten Techniken werden in gleicher Weise von der Bundeswehr sowie den Spezialeinheiten der Polizei (SEK, GSG 9) angewendet. Die Malteser in Obertshausen haben sich hierfür über lange Zeit hinweg im Ehrenamt qualifiziert. Der Ausbildungstag hinterließ indessen auch Dank der tollen Leistungen des Schminkteams der Malteser und den Verletztendarstellern Spuren bei Mensch und Material. Zum Glück konnte man aber am Ende alles wieder sauber abwischen.

Weitere Infos zum Katastrphenschutz finden Sie hier.

 

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